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Technologie
der Porzellanrestaurierung
- eine Übersicht -
Ausgangspunkt
jeder Restaurierung ist in der Regel
eine Objektzustandsanalyse, die die Grundlage zur Erarbeitung einer
Restaurierungskonzeption bildet.
Bei den im folgenden beschriebenen Arbeiten bleiben Montagen und
eventuell zu erhaltende ältere Restaurierungen
unberücksichtigt, da diese Problematik wegen ihrer
Besonderheit sehr stark objektabhängig und nicht ohne weiteres
zu verallgemeinern ist.
Reinigung
Wichtigste
Voraussetzung für eine
erfolgreiche, qualitativ hochwertige Restaurierung schadhafter
Porzellanobjekte ist eine gründliche, schonende Reinigung.
Hierbei wird zwischen Trocken- und Nassreinigung unterschieden.
Die Trockenreinigung wird mit einem weichen Tuch, Pinseln oder auch
dosierter Druckluft vorgenommen.
Die Nassreinigung erfolgt im Wasserbad unter Zusatz eines
Spülmittels unter Zuhilfenahme von Borstenpinseln und
unterschiedlichsten Bürsten. Oft werden auch spezielle
Chemikalien oder Enzyme eingesetzt.
Kleben
von Bruchstücken
Nach der
Nassreinigung werden Bruchstücke
in einer verdünnten Wasserstoffperoxidlösung
gebleicht. Dabei werden eventuelle Reste organischer Verunreinigungen
beseitigt. Anschließend erfolgt eine Neutralisierung in
destilliertem Wasser.
Nach der Trocknung werden die zu klebenden Flächen mit Aceton
entfettet.
Klebetechniken
Während
in der Vergangenheit die sogenannte
Stück-für-Stück-Klebung aufgrund der
Eigenschaften der zur Verfügung stehenden Klebstoffe in der
Porzellanrestaurierung üblich war, steht heute die moderne
Infiltrationsklebung im Vordergrund der restauratorischen
Verfahrenstechnik. Hierbei werden die Bruchstücke nacheinander
zusammengesetzt und mit speziellen Klebestreifen fixiert. Für
die Klebung wird ein Spezal-Epoxidharz eingesetzt und auf die
Bruchstellen aufgetragen. Durch die Kapillarwirkung dringt dieses
niederviskose Klebstoffsystem in die haarfeinen Fugen ein und
härtet aus. Überschüssiger Epoxidharz wird
in der Regel nach dem Aushärten mit einem Skalpell und einem
Heissluftgebläse vorsichtig abgenommen. Auf diese Art und
Weise lassen sich auch Sprünge kleben, ohne dass das
gesprungene Stück, wie fälschlicherweise oft
angenommen wird, gebrochen werden muß.
Ergänzung
von Fehlstellen
Größere
oder kompliziert
gestaltete fehlende Teile werden durch Anfertigung eines Tonmodells
originalgetreu nachgestaltet und mit einer speziellen Silikonmasse
abgeformt. Ist ein fehlendes Teil mehrfach an dem
Porzellanstück vorhanden, kann auf die aufwendige Anfertigung
eines Tonmodells verzichtet und ein Abdruck genommen werden.
Für
die Ergänzung stehen Massen in
fünf verschiedenen Farbnuancierungen mit bis zu acht
Abstufungen zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt sowohl
meßtechnisch als auch visuell. Dabei wird aus den fast
vierzig verschiedenen Weissnuancierungen die am besten zum
Porzellanstück passende Ergänzungsmasse
ausgewählt. Die Ergänzungsmassen setzen sich aus
einem Farbmittel, einem Stabilisator und einem synthetischen Silikat
zusammen. Als Bindemittel dient der auch für Klebungen
eingesetzte Epoxidharz EPO-TEK. Die einzelnen Komponenten
müssen auf ein tausendstel Gramm genau dosiert und von Hand
gemischt werden.
Die so
hergestellte Ergänzungsmasse kann in die vorbereiteten
Silikonformen eingearbeitet bzw. direkt an das Objekt anmodelliert
werden. Nicht benötigte Masse kann für
spätere Nacharbeiten einige Tage im Tiefkühlschrank
aufbewahrt werden.
Nach dem Aushärten werden die Formlinge aus der Silikonform
entnommen, überarbeitet und an die Fehlstelle
angepaßt, ohne dass dabei am Porzellan geschliffen wird. Das
Anfügen erfolgt mit Epoxidharzkleber. Eventuelle
Hohlräume zwischen angesetzter Ergänzung und
Porzellan werden ebenfalls mit Ergänzungsmasse geschlossen.
Auf diese Art und Weise lassen sich z.B. fehlende Arme, Beine, Finger,
Blüten und Blätter usw. originalgetreu
ergänzen.
Abschließend wird bei dekoriertem Porzellan in der Regel noch
eine Dekorretusche vorgenommen um fehlende Dekoration auf der
Ergänzung zu vervollständigen. Hierzu werden
Künstleracrylfarben bzw. Aquarellfarben mit höchster
Lichtechtheit eingesetzt. Dekorierte und weiße
Flächen der Ergänzung erhalten einen
Kunstharzglasurüberzug, durch den die optischen Eigenschaften
des Porzellans imitiert werden. Grundsätzlich ist es danach
möglich, das restaurierte Stück in
spülmittelhaltigem Wasser zu reinigen.
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Anfertigung
eines Tonmodells nach einer Katalogvorlage zur Ergänzung von
Fehlstellen
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Herstellung
eines zweiteiligen Silikonabdruckes, der als Form dient.
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Ausgehärteter
Formling aus Ergänzungsmasse
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Die
Pfote wurde, ebenso wie der Schwanz, nachgefertigt.
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